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38. Geschichtsstation eingeweiht – Von Flüchtlingen, einem Gedenkstein und Hans Winter – Schlänger Geschichte
38. Geschichtsstation eingeweiht – Von Flüchtlingen, einem Gedenkstein und Hans Winter Reviewed by Dieter Brand on . In einem Schreiben an den Vorsitzenden des Fördervereins Ortsgeschichte Schlangen, Karl-Heinz Räker, führte Heinz Kriete, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsv sfsdfsdfsdf In einem Schreiben an den Vorsitzenden des Fördervereins Ortsgeschichte Schlangen, Karl-Heinz Räker, führte Heinz Kriete, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsv Rating: 0

38. Geschichtsstation eingeweiht – Von Flüchtlingen, einem Gedenkstein und Hans Winter

In einem Schreiben an den Vorsitzenden des Fördervereins Ortsgeschichte Schlangen, Karl-Heinz Räker, führte Heinz Kriete, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Schlangen, u.a. aus:
„Der Heimat- und Verkehrsverein Schlangen hat nach der Auflösung der örtlichen Gruppe des Bundes der Vertriebenen die Aufgabe übernommen, sich in besonderer Weise um die Pflege und den Erhalt des Heimatgedenksteines und dessen Umfeldes in der Ortsmitte zu kümmern. Dazu gehört auch, interessierten Besuchern Informationen zu diesem Stein und seiner Entstehungsgeschichte vor Ort anzubieten.

In diesem Zusammenhang regen wir an, das in der Form der bekannten und bewährten Geschichtstafeln zu tun… Es ist sicher unbestritten, dass dabei auf die Aspekte Vertreibung und der neuen Heimat in Schlangen ebenso eingegangen werden sollte, wie auf die Person des ehemaligen Gemeindedirektors Hans Winter, dem es maßgeblich zu verdanken ist, dass dieser Stein geschaffen wurde…“

Für Heinz Wiemann, Initiator des Geschichtsstationen-Projektes und zuständig für die inhaltliche Weiterentwicklung, hieß es konzipieren, recherchieren, formulieren – wie auch bei allen bisher aufgestellten Geschichtstafeln. Reinhard Peukert übernahm in altbewährter Weise die Gestaltung der Informationstafel, Uwe Pax kümmerte sich um die Druckvorstufe sowie die Produktion, und Karl-Heinz Räker führte die fachmännische Aufstellung des Edelstahlpultes mit der sehens- und lesenswerten Geschichtstafel aus.

Geschichtstafel: Die 38. Tafel der Geschichtsstationen an historischen Rundwanderwegen in Schlangen.

Die 38. Tafel der Geschichtsstationen an historischen Rundwanderwegen in Schlangen.

In ihrer Ausgabe vom 4. Juni 2015 berichtete die Lippische Landes-Zeitung über die Einweihung der Informationstafel der 38. Geschichtsstation der historischen Rundwanderwege in Schlangen. Mit dabei waren Bürgermeister Ulrich Knorr, Bruno Bieberneit (ehemaliger Vorsitzender des örtlichen Bundes der Vertriebenen), Heinz Kriete (Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins), Karl-Wilhelm Gerbsch (Vorstandsmitglied des Heimat- und Verkehrsvereins) und Karl-Heinz Räker (stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Ortsgeschichte Schlangen).

Es folgen Text und Abbildungen der Informationstafel „Heimatgedenkstein / Hans-Winter-Platz“:

Flüchtlinge und Vertriebene

Dem Leid des Zweiten Weltkrieges folgt millionenfach das schwere Schicksal der Vertriebenen.
Vereinzelt sind bereits Ende 1944 Flüchtlinge nach Schlangen gekommen. Die erste große Gruppe trifft hier am 14. März 1946 ein: 18 Personen aus dem Kreis Glatz in Schlesien. Es folgen u. a. 43 Personen aus Schlesien, 21 aus Ostpreußen und Schlesien, 50 aus Schlesien, 21 aus Ostpreußen, Westpreußen und Schlesien. Im September 1946 endet die Ankunft größerer Gruppen. Der Zuzug „Fremder aus dem Osten“ dauert weiter an.
1948 leben 3.602 Einwohner in Schlangen. Dazu gehören 380 Evakuierte und 676 Flüchtlinge und Vertriebene. „Die Flüchtlinge und Vertriebenen stehen vor dem Nichts, und gern gesehen sind sie auch nicht. Um sie alle unterbringen zu können, muss man zusammenrücken.
Abgeschlossene Etagen weisen die meisten Häuser nicht auf. Es gibt viele Reibereien, und dennoch gibt es viele Beispiele für Hilfe, Verständnis und Nächstenliebe.“
(Hans Winter / Adolf Rügge)
1948 schließen sich Flüchtlinge und Vertriebene zu einem Ortsverband zusammen.

Heimatgedenkstein

1974: Günter Sandmann bei der Arbeit. Foto: H. Wiemann

1974: Günter Sandmann bei der Arbeit.
Foto: H. Wiemann

Im Jahr 1971 legt Bildhauer- und Steinmetzmeister Günter Sandmann, Kalletal-Hohenhausen, seinen ersten Entwurf eines Heimatgedenksteines in Schlangen vor. Am 8. September 1974 wird das Denkmal in der Dorfmitte westlich der Kohlstädter Straße enthüllt. Die Quadratsäule aus Oberkirchener Sandstein trägt die Wappen von Pommern, Mecklenburg, Brandenburg, Westpreußen, Schlesien, Oberschlesien, Sachsen, Thüringen, Sudetenland, Danzig, Ostpreußen, Berlin, Lippe und Schlangen. Oberhalb der Wappendarstellungen ist zu lesen: „Ostwind erzähle – Westwind nimm Grüße mit.“

Schlangens Gemeindedirektor Hans Winter hatte die Initiative ergriffen, in seiner Gemeinde den Heimatgedenkstein zu errichten. Die verlorene Heimat östlich des Eisernen Vorhangs, in den Sudeten und östlich der Oder und Neiße sollen nicht im Gedächtnis der Geschichte verloren gehen, auch Flucht und Vertreibung nicht.
Auf Antrag des Bundes der Vertriebenen, Ortsverband Schlangen, wird das Denkmal 1988 an seine jetzige Stelle versetzt – mehr in das Zentrum des dörflichen Lebens.
In Würdigung der Verdienste einer besonderen Persönlichkeit heißt der Bereich um den Heimatgedenkstein herum seit 2002 Hans-Winter-Platz.

Hans Winter

1970: Gemeindedirektor Hans Winter, eng mit der Geschichte Schlangens und der des Lipperlandes verbunden.  Foto: W. Klöpping

1970: Gemeindedirektor Hans Winter, eng mit der Geschichte Schlangens und der des Lipperlandes verbunden.
Foto: W. Klöpping

Hans Winter, am 1. Oktober 1920 geboren, wird 1947 zum Gemeindedirektor Schlangens ernannt. Er übt dieses Amt bis zur Pensionierung 1979 mit großem Engagement aus. Für die Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen sowie die Pflege des Heimatgedenkens ist er in starkem Maße tätig. Die Förderung kultureller Einrichtungen gehört neben der baulichen Entwicklung der Gemeinde zu seinen besonderen Anliegen. Der Schlänger Gemeindedirektor setzt sich erfolgreich für die weitere Selbstständigkeit Schlangens durch Zusammenschluss mit den Gemeinden Kohlstädt und Oesterholz-Haustenbeck ein – außerdem für das Verbleiben im Kreis Lippe. Von 1957 bis 1992 gehört Hans Winter dem Vorstand des Lippischen Heimatbundes an und bestimmt die Geschicke des Bundes maßgeblich mit. Seine Kompetenz kommt auch dem Heimat- und Verkehrsverein Schlangen zugute, dessen Vorsitz er von 1975 bis 1985 inne hat.
Als Vorsitzender des Beirates der Unteren Landschaftsbehörde von 1980 bis 1995 arbeitet er mit der ihm eigenen Zielstrebigkeit daran, den Erfordernissen des Natur- und Umweltschutzes in Lippe Rechnung zu tragen. Die Förderung weiterer Vereine und Institutionen ist ihm selbstverständlich.
Hans Winter ist am 4. Januar 2000 verstorben.

1976: Tag der Heimat. Förderer des Bundes der Vertriebenen am Heimatgedenkstein. Aus Schlangen: Bürgermeister Ernst Schäferjohann, Gemeindedirektor Hans Winter, Vorsitzender des Ortsverbandes Schlangen im Bund der Vertriebenen Paul Vogel, Konrektor Heinz Varchmin.  Foto: W. Klöpping

1976: Tag der Heimat. Förderer des Bundes der Vertriebenen am Heimatgedenkstein. Aus Schlangen: Bürgermeister Ernst Schäferjohann, Gemeindedirektor Hans Winter, Vorsitzender des Ortsverbandes Schlangen im Bund der Vertriebenen Paul Vogel, Konrektor Heinz Varchmin.
Foto: W. Klöpping

(Publiziert am 11. Juni 2015)

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