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40 Jahre Heimat-Gedenkstein in Schlangen – Schlänger Geschichte
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40 Jahre Heimat-Gedenkstein in Schlangen

Von Heinz Wiemann

 

Im Januar 1971 legte Bildhauer- und Steinmetzmeister Günter Sandmann (1927 in Pommern geboren) seinen ersten Entwurf eines Heimat-Gedenksteines in Schlangen vor.

Die Zeichnungen zeigten eine Quadratsäule mit erkerartigen Auskragungen als Wappenträger. Im Zusammenhang mit der Auftragserteilung im Jahr 1974 blieb es bei den Wappendarstellungen,

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Der erste Entwurf des Heimat-Gedenksteines in Schlangen, 1971 vorgelegt von dem Bildhauer- und Steinmetzmeister Günter Sandmann aus Kalletal-Hohenhausen. Sammlung Wiemann

die allerdings unmittelbar in die Seitenflächen eingemeißelt werden sollten. Bildhauermeister Sandmann arbeitete aus einem Oberkirchener Sandsteinblock
(70 cm mal 70 cm mal 300 cm) die Wappen der folgenden Gebiete heraus: Pommern, Mecklenburg, Brandenburg, Westpreußen, Schlesien, Oberschlesien, Sachsen, Thüringen, Sudetenland, Danzig, Ostpreußen, Berlin, Lippe und Schlangen. Oberhalb der Wappendarstellungen fügte er die Worte hinzu „Ostwind erzähle – Westwind nimm Grüße mit“.

 

Schlangens Gemeindedirektor Hans Winter hatte die Initiative ergriffen, in seiner Gemeinde einen Heimat-Gedenkstein zu errichten. Er kümmerte sich mehr um Flüchtlinge und Vertriebene als er es „von Amts wegen“ hätte tun müssen. So bemühte er sich auf verschiedenen Wegen darum, dass die verlorene Heimat östlich des Eisernen Vorhangs, in den Sudeten und östlich der Oder und Neiße nicht auch im Gedächtnis der Geschichte verloren geht – mehr und mehr, von einer Generation zur nächsten.

 

Zum Denkmal führte Hans Winter 1974 im „Gemeindeboten“ (Heft Nr. 45) u. a. aus: „Der Stein erinnert uns aber auch an das Schicksal jener Millionen deutscher Menschen aus den ost- und mitteldeutschen Gebieten, die von dort vertrieben wurden oder fliehen mussten… Viele, vor allem Ältere, sind in Verbitterung gestorben. Viele aber auch nahmen ihr Schicksal tapfer in ihre Hände, und die Namen der Hausbesitzer in Schlangen zeigen, daß sich zahlreiche Heimatvertriebene darunter eingereiht haben. Auch im Rat der Gemeinde waren und sind sie tätig. Unsere Vertriebenen sind ein starkes, belebendes Element in der Gemeinde, und ihre geistige Regsamkeit ist überall zu spüren.“

 

Und vor dem Hintergrund der Kommunalreform-Diskussionen führte er aus: „Den Stein zieren auch die Lippische Rose und das Wappen der Gemeinde Schlangen. Das hat seine besondere Aktualität. Sollte im Zuge der kommunalen Neuordnung die Gemeinde Schlangen ihre Selbständigkeit verlieren, so wird der Stein auch in späteren Zeiten von der Zugehörigkeit dieses Landstriches zum ehemaligen Land Lippe künden.“

 

Zum Schluss schrieb Hans Winter: „Zu unserem Demokratieverständnis und Staatsbewußtsein gehört die Erkenntnis, daß Demokratie als organisatorische Form allein nicht genügt. Es muß unser ständiges Bemühen hinzukommen, sie von menschlichen Fehlern und Schwächen zu befreien. Sie ist und bleibt eine ständige Aufgabe. Auch daran soll uns unser Heimat-Gedenkstein erinnern.“

 

Die Finanzierung des Denkmals trugen in der Hauptsache der Bund der Vertriebenen (Kreisverband Detmold), der Bund der Mitteldeutschen (Kreisverband Detmold), der Lippische Heimatbund und die Gemeinde Schlangen. Die 80 Zentner schwere Stele wurde am 3. September 1974 westlich der Kohlstädter Straße, nahe dem Autohaus Wolf, aufgestellt. Die feierliche Enthüllung fand am 8. September 1974, dem „Tag der Heimat“, statt. Rund 800 Besucher waren gekommen. Den Festvortrag hielt der Vorsitzende des Lippischen Heimatbundes, Staatssekretär Dr. Arnold Ebert. Der Gesangverein Teutonia Schlangen, der Spielmannszug des VfL und der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr wirkten an der Veranstaltung mit.

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Tag der Heimat 1976. Förderer des Bundes der Vertriebenen am Heimat-Gedenkstein „auf Lünings Kamp“. Aus Schlangen sind dabei: Bürgermeister Ernst Schäferjohann (3. v. l.), Gemeindedirektor Hans Winter (4. v. l.), Vorsitzender des Ortsverbandes Schlangen Paul Vogel (6. v. l.), Konrektor Heinz Varchmin (7. v. l.). Foto: W. Klöpping

 

Auf Antrag des Bundes der Vertriebenen und im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Ortskernes rückte der Gedenkstein anno 1988 mehr in das Zentrum des dörflichen Lebens. Er wurde von seinem Platz „auf Lünings Kamp“ versetzt auf den Grund und Boden der ehemaligen Bundesstraße 1 zwischen dem Gasthof Poppe-Sibille und dem Haus Laposchan. Auch hier erhielt er ein kleines gärtnerisch gestaltetes Umfeld.

 

Am 9. September 1988 konnte das Denkmal an seinem neuen Standort seiner Bestimmung übergeben werden. Das geschah in ähnlicher Weise wie die Enthüllung 14 Jahre zuvor. Die Festansprache hielt Dr. Arnold Ebert, und außerdem leisteten der Gesangverein Teutonia Schlangen sowie der Musikzug der hiesigen Feuerwehr ihre Beiträge zu der Feierstunde.

 

Schlangens langjähriger Gemeindedirektor Hans Winter ist am 4. Januar 2000 verstorben. Seine Verdienste werden auch dadurch gewürdigt, dass der Bereich rund um den Heimat-Gedenkstein seit dem 20. April 2002 den Namen Hans-Winter-Platz trägt.

(Publiziert am 29. August 2014)

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